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Korsika – kurze Etappen zwischen wilden Küsten und ruhigen Buchten
Korsika lernten wir bisher vor allem als Verbindung zwischen Sardinien und der Toskana kennen. Unsere Aufenthalte waren jeweils kurz, hinterließen aber einen starken Eindruck. Die Insel empfing uns mit felsigen Küsten, klarem Wasser und geschützten Buchten – aber auch mit viel Bootsverkehr entlang der Ostküste.
Entlang der korsischen Ostküste
Von Sardinien kommend erreichten wir zunächst eine ruhige Bucht im Südosten Korsikas. Obwohl bereits einige Boote vor Anker lagen, fanden wir einen guten Platz und genossen nach der Überfahrt einen entspannten Abend.
Auf unserem Weg nach Norden machten wir unter anderem in den Buchten von Canella und vor Porto Taverna Halt. Sobald die Tagesgäste am Abend verschwanden, wurden die Buchten angenehm ruhig und boten uns schöne Plätze für die Nacht. Der Blick auf die Küste und die Sternschnuppen über dem Wasser blieben uns besonders in Erinnerung.
Tagsüber waren allerdings zahlreiche Motorboote und Jetskis unterwegs. Einige fuhren mit hoher Geschwindigkeit durch die Buchten oder kamen der Albatros unangenehm nahe. Dadurch wechselte unser Eindruck immer wieder zwischen wunderschöner Natur und anstrengendem Trubel auf dem Wasser.
Bonifacio und der Süden Korsikas
Später erreichten wir Korsika erneut von Sardinien aus. Nach einer unruhigen Nacht fanden wir südlich von Bonifacio eine traumhafte Bucht mit kristallklarem Wasser. Der Anker war selbst in zehn Metern Tiefe deutlich zu erkennen und die geschützte Lage schenkte uns endlich wieder erholsamen Schlaf.
Am folgenden Tag fuhren wir weiter nach Bonifacio. Schon die Einfahrt zwischen den hohen, hellen Felsen war spektakulär. Die Stadt liegt eindrucksvoll über dem schmalen Naturhafen und gehört bereits vom Wasser aus zu den außergewöhnlichsten Orten Korsikas.
Unser Aufenthalt blieb kurz, denn noch am selben Tag ging es zurück nach Sardinien. Trotzdem wurde Bonifacio zu einem der Orte, die wir gerne noch einmal mit deutlich mehr Zeit besuchen würden.
Korsika war für uns bisher weniger ein ausführlich erkundetes Reiseziel als eine landschaftlich eindrucksvolle Zwischenstation. Die geschützten Buchten, das klare Wasser und die spektakuläre Einfahrt nach Bonifacio machten sofort Lust darauf, mehr von der Insel zu entdecken.
Gleichzeitig erlebten wir die Ostküste mitten in der Hochsaison. Motorboote, Jetskis und der Schwell vorbeifahrender Schiffe störten die Ruhe in einigen Buchten erheblich. Am frühen Morgen und nach dem Verschwinden der Tagesgäste zeigte Korsika dagegen seine entspannte und ursprüngliche Seite.
Unser wichtigstes Fazit lautet deshalb: Für Korsika hatten wir dieses Mal zu wenig Zeit. Die Insel verdient eine eigene, langsamere Reise – möglichst außerhalb der Hauptsaison.
Segeln in Italien – unsere Erfahrungen von Kalabrien bis Sardinien
Sardinien – kristallklares Wasser und abwechslungsreiche Küsten
Nach den anstrengenden Wochen rund um Sizilien erreichten wir Sardinien nach einer ruhigen Nachtfahrt. Schon die erste Bucht fühlte sich wie ein Kontrastprogramm zu den vollen Liparischen Inseln an: viel Platz zum Ankern, klares Wasser und endlich wieder etwas Ruhe.
Unsere Route führte uns zunächst entlang der Süd- und Ostküste bis in den Norden Sardiniens. Später kehrten wir noch einmal zurück und erkundeten unter anderem das La-Maddalena-Archipel und die Küste bis La Pelosa.
Vom Süden entlang der Ostküste
Im Süden Sardiniens empfingen uns gepflegte Strände, türkisfarbenes Wasser und Flamingos in den Salzseen. In den Buchten rund um Notteri konnten wir schwimmen, schnorcheln und mit den SUPs an Land fahren. Nach den herausfordernden Tagen auf Sizilien genossen wir diese ersten ruhigen Momente besonders.
Entlang der Ostküste wechselten sich spektakuläre Landschaften und anspruchsvolle Ankerbedingungen ab. Die Cala Luna beeindruckte uns mit ihrem klaren Wasser und ihren natürlichen Höhlen. Früh am Morgen hatten wir den Strand beinahe für uns allein. Wenig später füllte sich die Bucht jedoch mit Ausflugs- und Motorbooten, deren Wellen für viel Unruhe sorgten.
Auch auf den weiteren Etappen begleiteten uns Schwell, wechselnder Wind und zahlreiche Motorboote. Gleichzeitig erlebten wir wunderschöne Segeltage, sahen Delphine bei der Jagd auf Thunfische und entdeckten beim Schnorcheln eine überraschend vielfältige Unterwasserwelt.
Tavolara und der Nordosten Sardiniens
Rund um Capo Coda Cavallo, Porto San Paolo und die Isola Tavolara fanden wir einige der schönsten Buchten der sardischen Ostküste. Das Wasser war kristallklar und die mächtigen Felsen von Tavolara bildeten eine beeindruckende Kulisse.
In der Hochsaison zeigte sich allerdings auch hier ein deutlicher Unterschied zwischen Tag und Abend. Tagsüber waren viele Miet- und Ausflugsboote unterwegs. Sobald die meisten Tagesgäste verschwunden waren, kehrte Ruhe ein und wir konnten schwimmen, schnorcheln oder mit den SUPs in den Sonnenuntergang fahren.
Die Region wurde für uns außerdem zu einem wichtigen Ort für Arbeiten an Bord. Wir erledigten Wartungen, verbesserten die Energieversorgung und arbeiteten später intensiv an der Installation unseres Watermakers. So verband sich die Schönheit Sardiniens immer wieder mit dem ganz normalen Alltag einer längeren Reise.
La Maddalena – Naturparadies in der Hochsaison
Das La-Maddalena-Archipel gehört landschaftlich zu den beeindruckendsten Regionen Sardiniens. Bereits die Einfahrt zwischen den Inseln Budelli, Caprera und La Maddalena begeisterte uns mit ihren ungewöhnlichen Felsformationen und den intensiven Farben des Wassers.
Tagsüber herrschte auch hier reger Bootsverkehr. Am Abend veränderte sich die Atmosphäre jedoch vollständig. Die Buchten wurden ruhiger und wir genossen traumhafte Sonnenuntergänge zwischen den Inseln. Besonders positiv fiel uns auf, dass Teile des Archipels geschützt sind und einige Inselbereiche gar nicht oder nur eingeschränkt betreten werden dürfen.
Neben der Natur blieben uns auch die Begegnungen mit anderen Crews in Erinnerung. An einer Boje lernten wir eine Familie kennen, die sich für unsere Weltumsegelung und die Kinderbücher begeisterte. Solche unerwarteten Kontakte machten die Region zusätzlich besonders.
La Pelosa und die Straße von Fornelli
Im Nordwesten Sardiniens erreichten wir mit La Pelosa noch einmal einen der schönsten Ankerplätze dieser Etappe. Wir lagen in kristallklarem, nur wenige Meter tiefem Wasser und waren gut vor dem Westwind geschützt. Beim Abtauchen zum Anker entdeckten wir Flundern und sogar eine kleine Schildkröte im Sand.
Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt durch die Straße von Fornelli. Die flache Passage zwischen der Isola Piana und der Isola Asinara erforderte unsere volle Aufmerksamkeit, war navigatorisch aber gerade deshalb besonders spannend. Statt außen um die Inseln herumzufahren, konnten wir die schmale Durchfahrt nutzen und dabei rund 25 Seemeilen sparen.
La Pelosa war für uns ein traumhafter letzter Stopp auf Sardinien. Das klare Wasser, die geschützte Lage und die besondere Passage durch die Inselwelt machten den Nordwesten zu einem würdigen Abschluss unserer Zeit auf der Insel, bevor wir Kurs auf Menorca nahmen.
Kleiner Spoiler: Zum Glück hatten wir uns durch die Straße von Fornelli rund 25 Seemeilen gespart. Während der anschließenden Überfahrt nach Menorca gerieten wir noch stärker in Bedrängnis als erwartet – und jede zusätzliche Seemeile hätte die Situation weiter verschärft.
Sardinien überzeugte uns mit kristallklarem Wasser, abwechslungsreichen Küsten und einigen der schönsten Landschaften unserer bisherigen Mittelmeerreise. Vom ruhigen Süden über die felsige Ostküste bis zum La-Maddalena-Archipel zeigte die Insel immer wieder ein neues Gesicht.
In der Hochsaison waren viele bekannte Buchten tagsüber sehr voll. Motorboote, Jetskis und Ausflugsverkehr sorgten teilweise für viel Unruhe. Früh am Morgen und am Abend konnten wir jedoch vielerorts die Ruhe und Schönheit der Natur genießen.
Sardinien war für uns außerdem ein wichtiger Abschnitt im Alltag an Bord. Hier arbeiteten wir an den Büchern, erledigten Wartungen, installierten zusätzliche Solarmodule und beschäftigten uns intensiv mit dem Watermaker. Zwischen den Arbeiten blieb trotzdem immer wieder Zeit zum Schwimmen, Schnorcheln, SUP-Fahren und für besondere Begegnungen mit anderen Crews.
Besonders in Erinnerung bleiben uns die intensiven Farben des Wassers, die beeindruckenden Felsformationen und die ruhigen Abende in den Buchten. Außerhalb der Hauptsaison würden wir die sardische Küste gerne noch einmal mit weniger Bootsverkehr und mehr Zeit für die einzelnen Orte erleben.
Segeln in der Toskana – Elba, Capraia und ein Abstecher nach Pisa
Von Korsika führte uns die Reise über Elba und Capraia an die toskanische Küste. Die Region verband für uns Inselnatur und Segelalltag mit einem seltenen Aufenthalt im Hafen. Nach rund 60 Tagen vor Anker oder an Bojen machten wir in Porto di Pisa erstmals wieder für mehrere Tage an einem Steg fest.
Elba und Capraia – schöne Inseln, anspruchsvolle Bedingungen
Elba empfing uns mit einer abwechslungsreichen Küste und vollen Buchten. In der Hochsaison war es nicht immer leicht, einen ausreichend großen Platz mit geeignetem Ankergrund zu finden. Seegras, große Wassertiefen und zahlreiche andere Boote machten teilweise mehrere Ankerversuche notwendig.
Auch Wind und Schwell erwiesen sich als schwer vorhersehbar. Eine zunächst gut geschützte Bucht wurde in der Nacht so unruhig, dass wir den Anker lichteten und einen anderen Platz suchten. Die Wellen rund um Elba gehörten zeitweise zu den heftigsten, die wir bis dahin auf unserer Reise erlebt hatten.
Trotzdem verbinden wir mit Elba auch gute Erinnerungen. In einer Bucht installierten wir zusätzliche Solarmodule und verdoppelten damit unsere Kapazität zur Stromerzeugung. Capraia beeindruckte uns wiederum mit seiner steilen, felsigen Küste und einer deutlich ursprünglicheren Atmosphäre.
Porto di Pisa – Versorgung und ein Besuch des Schiefen Turms
Nach rund 60 Tagen erreichten wir Porto di Pisa und machten wieder in einem Hafen fest. Für uns war das zunächst vor allem ein praktischer Stopp: Vorräte auffüllen, Wäsche waschen, Wasser bunkern, Reparaturen erledigen und neue Ausrüstung an Bord nehmen.
Vom Hafen aus ging es mit dem Fahrrad nach Pisa. Der berühmte Schiefe Turm wirkte in der Realität noch geneigter als erwartet. Nach den vielen Wochen in Buchten und auf dem Wasser war der Ausflug in eine bekannte italienische Stadt eine willkommene Abwechslung.
Gleichzeitig empfingen wir Besuch an Bord und bereiteten die Albatros auf die nächsten Etappen vor. Kurz darauf führte uns die Reise wieder über Capraia und Elba zurück nach Sardinien.
Unser Fazit zur Toskana und den Inseln
Die Toskana war für uns eine kurze, aber abwechslungsreiche Etappe. Elba und Capraia begeisterten mit felsigen Küsten und schönen Landschaften, stellten uns aber auch vor einige der anspruchsvollsten Ankerbedingungen unserer bisherigen Reise. Vor allem wechselnde Windrichtungen, Kreuzsee und unerwarteter Schwell verlangten uns immer wieder flexible Entscheidungen ab.
Porto di Pisa war dagegen vor allem ein praktischer und willkommener Hafenstopp. Nach zwei Monaten ohne längeren Aufenthalt am Steg konnten wir wichtige Arbeiten erledigen, Vorräte auffüllen und einen Ausflug zum Schiefen Turm unternehmen.
Für eine ausführliche Erkundung der Toskana blieb uns dieses Mal zu wenig Zeit. Die Region war für uns vor allem ein wichtiger Zwischenstopp zwischen Korsika, Sardinien und dem italienischen Festland. Elba und Capraia würden wir gerne noch einmal besuchen – mit weniger Termindruck und möglichst außerhalb der sommerlichen Hochsaison.
Segeln in Italien – unsere Erfahrungen zwischen Kalabrien und Sizilien
Italien begann für uns deutlich anspruchsvoller als erwartet. Von Griechenland führte uns die Reise zunächst an die Küste Kalabriens, anschließend durch die Straße von Messina zu den Liparischen Inseln und weiter entlang Siziliens.
Diese Etappe schenkte uns einige der eindrucksvollsten Momente unserer bisherigen Weltumsegelung. Gleichzeitig stellte sie uns mit starkem Wind, Strömungen, großer Hitze und einer beschädigten Genua immer wieder vor neue Herausforderungen.
Kalabrien – ein anstrengender Start in Italien
Die Überfahrt von Griechenland nach Kalabrien hatten wir uns deutlich entspannter vorgestellt. Die Wettermodelle versprachen wenig Wind und eine ruhige Passage. Die Realität sah anders aus: Bereits nach wenigen Stunden segelten wir bei deutlich mehr Wind und Welle als erwartet. Die starke Krängung und der Schlafmangel der vergangenen Tage machten die Überfahrt zusätzlich anstrengend.
Trotzdem erlebten wir besondere Momente. Mehrfach begleiteten uns Delphine und nachts spannte sich ein beeindruckender Sternenhimmel über der Albatros. Zum ersten Mal fühlte sich unsere Reise wirklich nach Langfahrt an.
Entlang der kalabrischen Küste wechselten sich ruhige Buchten und herausfordernde Ankerplätze ab. In Badolato fanden wir nach der Nacht auf See endlich etwas Erholung. Soverato zeigte uns dagegen, dass ein schöner Strand nicht automatisch einen guten Ankerplatz bedeutet: Motorboote, Jetskis, Beachclubs und nächtliche Feuerwerke ließen uns kaum zur Ruhe kommen.
Auf dem Weg nach Bova Marina wurden wir trotz Gegenstrom und unangenehmer Wellen mit Delphinen, Schildkröten und fliegenden Fischen belohnt. Die ruhige Bucht am Ende des Tages kam genau zum richtigen Zeitpunkt.
Kalabrien war nicht die entspannte Etappe, die wir erwartet hatten. Doch gerade hier sammelten wir wichtige Erfahrungen und lernten erneut, dass sich die Bedingungen auf See nicht immer an die Vorhersagen halten.
Die Straße von Messina – wenn das Timing entscheidet
Auf die Passage durch die Straße von Messina hatten wir uns intensiv vorbereitet. Das schmale Seegebiet ist für seine starken und wechselnden Strömungen bekannt. Umso wichtiger war es, den richtigen Zeitpunkt für die Durchfahrt zu finden.
Trotz sorgfältiger Planung kämpften wir zunächst mit kräftigem Gegenstrom. Später änderte sich die Strömung und schob uns mit fast zwei Knoten von hinten an. Es war beeindruckend zu erleben, wie stark die Natur hier Geschwindigkeit und Kurs eines Segelbootes beeinflusst.
Auch Scilla blieb uns in Erinnerung. Die Kulisse war wunderschön und versprach zunächst eine ruhige Nacht. Schwell und Strömung sorgten jedoch dafür, dass wir deutlich weniger Erholung fanden als erhofft. Rückblickend wäre ein anderer Ankerplatz vermutlich die bessere Wahl gewesen.
Die Straße von Messina zeigte uns, wie entscheidend gute Vorbereitung und das Zusammenspiel verschiedener Wetter- und Strömungsinformationen sein können. Gleichzeitig lernten wir, dass selbst eine traumhafte Kulisse keine Garantie für eine ruhige Nacht vor Anker ist.
Die Liparischen Inseln – Vulkanlandschaften und Hochsaison
Die Liparischen Inseln gehören landschaftlich zu den schönsten Regionen unserer bisherigen Reise. Vulkanische Inseln, spektakuläre Küsten und kristallklares Wasser sorgten immer wieder für eindrucksvolle Ausblicke.
Panarea war zunächst nur unser Plan B, weil uns die Bedingungen rund um Stromboli nicht überzeugten. Im Nachhinein waren wir froh über die spontane Entscheidung. Nach mehreren anstrengenden Tagen fanden wir dort einen ruhigen Ankerplatz und konnten endlich etwas durchatmen.
Auch Filicudi schenkte uns erholsame Nächte und eine angenehm ursprüngliche Atmosphäre. Lipari wirkte dagegen deutlich lebendiger. In der Hauptsaison waren zahlreiche Ausflugsboote, Charteryachten und Motorboote unterwegs. Wir suchten deshalb bewusst ruhigere Bereiche abseits der Strandrestaurants und Beachclubs. Sobald die Tagesgäste verschwunden waren, zeigte die Insel eine entspanntere Seite.
Auf Vulcano prägten Schwefelquellen, gelb gefärbte Felsen und der typische Geruch der vulkanischen Landschaft unsere Eindrücke. Gleichzeitig beschäftigte uns die beschädigte Genua und die extreme Hitze. Selbst das Meer bot kaum Abkühlung.
Unser Eindruck: Außerhalb der Hauptsaison müssen die Liparischen Inseln ein Traumrevier sein. Im Hochsommer sind sie landschaftlich noch immer beeindruckend, aber vielerorts sehr voll.
Stromboli bei Nacht – ein unvergesslicher Moment
Stromboli wurde zu einem der beeindruckendsten Erlebnisse unserer bisherigen Weltumsegelung. Schon viele Seemeilen vor der Insel hörten wir das tiefe Grollen des aktiven Vulkans, lange bevor wir seine Ausbrüche richtig erkennen konnten.
Mit Einbruch der Dunkelheit wurde die Kulisse immer spektakulärer. Glühende Lavafontänen schossen aus dem Krater in den Nachthimmel und zeichneten leuchtende Spuren über den schwarzen Vulkanhang. Wenige Sekunden nach jeder Explosion rollte das dumpfe Donnern über das Meer zu uns herüber.
Noch magischer wurde der Rückweg. Während Stromboli weiterhin Feuer und Rauch in den Himmel schickte, hörten wir plötzlich das Atmen von Delphinen in der Dunkelheit. Wir konnten die Tiere kaum sehen, doch sie begleiteten die Albatros ein Stück durch die Nacht.
Auf der einen Seite lag der aktive Vulkan, auf der anderen schwammen Delphine und über uns leuchtete ein sternenklarer Himmel. Es gibt schöne Orte – und es gibt Momente, die man nie wieder vergisst. Stromboli bei Nacht gehört für uns eindeutig dazu.
Sizilien – eindrucksvoll, heiß und herausfordernd
Sizilien beeindruckte uns vor allem mit seinen Küstenlandschaften. Cefalù gefiel uns mit seiner historischen Altstadt direkt am Meer, dem langen Strand und der entspannten Atmosphäre vom ersten Moment an. Wegen unserer beschädigten Genua konnten wir allerdings nicht so lange bleiben, wie wir gerne geblieben wären.
Rund um Palermo drehte sich fast alles um die Reparatur des Segels. Wir mussten einen Segelmacher organisieren, geeignete Wetterfenster finden und immer wieder nach einem sicheren Ankerplatz suchen. Böen mit über 30 Knoten, drehender Wind und Schwell sorgten für einige der unangenehmsten Nächte unserer bisherigen Reise. Immerhin hielt unser Anker zuverlässig und die Genua konnte schließlich gerettet werden.
Trapani war anschließend weniger ein Traumziel als ein wichtiger Versorgungsstopp. Wir benötigten Wasser, Lebensmittel, Ruhe und Zeit, um uns auf die Überfahrt nach Sardinien vorzubereiten. Der Ort war nicht besonders schön, erfüllte aber genau den Zweck, den wir in diesem Moment brauchten.
Vom Landesinneren Siziliens sahen wir leider nur wenig. Die große Hitze und die wechselhaften Bedingungen vor Anker machten es schwierig, die Albatros für längere Zeit unbeaufsichtigt zu lassen. Auch geschützte Buchten und freie Hafenplätze waren seltener und teilweise deutlich teurer als erwartet.
Unser Fazit zu Kalabrien, den Liparischen Inseln und Sizilien
Diese Etappe zeigte uns Italien von einer spektakulären, aber auch anspruchsvollen Seite. Kalabrien verlangte uns mit unruhigen Passagen und wechselhaften Ankerbedingungen einiges ab. Die Straße von Messina machte deutlich, wie stark Strömungen und richtiges Timing das Segeln bestimmen. Die Liparischen Inseln begeisterten uns anschließend mit ihren vulkanischen Landschaften und einem der unvergesslichsten Momente unserer Reise: Stromboli bei Nacht.
Gleichzeitig erlebten wir die Region mitten in der Hochsaison. Volle Buchten, zahlreiche Ausflugsboote und extreme Hitze machten viele Stopps anstrengender als erwartet. Die beschädigte Genua beeinflusste unsere Route zusätzlich und zwang uns immer wieder dazu, Pläne zu ändern und sichere Ankerplätze zu suchen.
Landschaftlich gehören die Liparischen Inseln und Siziliens Küsten für uns zu den eindrucksvollsten Regionen des Mittelmeers. Als Segelrevier empfanden wir sie jedoch deutlich herausfordernder als die Ionischen Inseln. Außerhalb der Hauptsaison würden wir gerne zurückkehren – mit mehr Zeit für Siziliens Landesinneres, ruhigere Buchten und die vielen Orte, die wir dieses Mal hauptsächlich vom Wasser aus kennenlernen konnten.
Unser Gesamtfazit zu Italien
Italien war für uns eines der landschaftlich eindrucksvollsten, gleichzeitig aber auch anstrengendsten Länder unserer bisherigen Reise. Von Kalabrien über die Liparischen Inseln und Sizilien bis nach Sardinien und zu den Inseln der Toskana erlebten wir spektakuläre Küsten, vulkanische Landschaften, kristallklares Wasser und geschichtsträchtige Orte.
Doch Italien im Hochsommer verlangte uns einiges ab. Die große Hitze, volle Buchten, zahlreiche Ausflugs- und Motorboote sowie der ständige Schwell machten es oft schwer, die Natur wirklich in Ruhe zu genießen. Selbst nachts sanken die Temperaturen teilweise kaum und das warme Meer brachte nur wenig Abkühlung. Viele Orte, die landschaftlich traumhaft waren, erlebten wir dadurch anstrengender, als wir es uns gewünscht hätten.
Auch die Bedingungen für Segler waren herausfordernd. Entlang unserer Route fanden wir weniger geschützte Ankerplätze als erwartet. Wind, Strömungen und Schwell entsprachen nicht immer den Vorhersagen und zwangen uns mehrfach zu spontanen Planänderungen. Die beschädigte Genua begleitete uns über weite Teile der Reise und beeinflusste sowohl unsere Route als auch die Wahl unserer Ankerplätze.
Gleichzeitig schenkte uns Italien einige der unvergesslichsten Momente unserer Weltumsegelung. Stromboli bei Nacht, die Delphine im Dunkeln, die Durchfahrt durch die Straße von Messina, das klare Wasser Sardiniens und die navigatorisch spannende Straße von Fornelli werden uns lange in Erinnerung bleiben.
Im Alltag fiel uns außerdem auf, dass die Verständigung auf Englisch häufig schwierig war. In unseren Begegnungen sprachen viele Menschen – unabhängig vom Alter – nur wenig oder gar kein Englisch. Bei Einkäufen war das meist kein großes Problem. Bei technischen Fragen, Reparaturen oder der Suche nach bestimmten Ersatzteilen wurde die Sprachbarriere jedoch zu einer zusätzlichen Herausforderung. Mit Geduld, Übersetzungs-Apps und viel Gestik fanden wir trotzdem fast immer eine Lösung.
Italien hat uns mit seiner landschaftlichen Vielfalt begeistert, es uns im Sommer aber nicht leicht gemacht. Häufig waren wir stärker damit beschäftigt, einen sicheren Ankerplatz zu finden, dem größten Trubel auszuweichen oder Probleme an Bord zu lösen, als die Umgebung wirklich zu entdecken.
Unser wichtigstes Fazit lautet deshalb: Wir würden viele Regionen Italiens gerne noch einmal außerhalb der Hauptsaison bereisen. Bei angenehmeren Temperaturen, weniger Bootsverkehr und mehr freien Ankerplätzen könnten wir die beeindruckende Natur vermutlich deutlich intensiver genießen.
Was die Seeepferdchen in Italien lernten
Für die Seeepferdchen wurde Italien zu einer Reise voller Gegensätze. Sie entdeckten wunderschöne Inseln, aktive Vulkane und ein Meer, das in den unterschiedlichsten Blautönen leuchtete. Gleichzeitig erlebten sie Hitze, volle Buchten, unruhige Nächte und technische Probleme, die ihre Pläne immer wieder durcheinanderbrachten.
Besonders Stromboli zeigte ihnen, wie gewaltig und faszinierend die Natur sein kann. Das Grollen des Vulkans, die glühende Lava in der Dunkelheit und die Delphine neben der Albatros machten deutlich, dass manche Erlebnisse größer sind als alles, was man vorher planen oder sich vorstellen kann.
Die Seeepferdchen lernten aber auch, dass ein schöner Ort nicht automatisch ein einfacher Ort ist. Eine traumhafte Bucht kann durch Schwell ungemütlich werden, ein leichter Wind plötzlich drehen und ein kleiner Schaden am Segel die gesamte Reiseplanung verändern. Deshalb braucht es auf See nicht nur Mut, sondern auch Geduld, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft, einen Plan jederzeit anzupassen.
Auch die Verständigung wurde Teil ihres Abenteuers. Wenn gemeinsame Worte fehlten, halfen Gesten, ein freundliches Lächeln und der Versuch, einander trotzdem zu verstehen. Dabei erkannten sie, dass Kommunikation nicht immer perfekt sein muss, um gemeinsam eine Lösung zu finden.
Am Ende nahmen die Seeepferdchen eine wichtige Erkenntnis aus Italien mit:
Die schönsten Abenteuer entstehen nicht nur dort, wo alles leicht ist. Manchmal sind es gerade die schwierigen Etappen, die uns stärker machen und die unvergesslichsten Geschichten hervorbringen.
Italien forderte die Seeepferdchen heraus, belohnte sie aber zugleich mit einigen der beeindruckendsten Erlebnisse ihrer bisherigen Reise.
Segeln in Griechenland – unsere Erfahrungen zwischen Ionischem Meer und Peloponnes
Segeln im Ionischen Meer – unsere Erfahrungen auf den Ionischen Inseln
Nach unserem Abstecher nach Albanien erreichten wir im Norden von Korfu zum ersten Mal Griechenland. In den folgenden Wochen führte uns unsere Reise entlang der griechischen Westküste und zu einigen der schönsten Ionischen Inseln: Korfu, Lefkada, Ithaka, Kefalonia und Zakynthos.
Da wir bereits im Mai unterwegs waren, erlebten wir viele Orte noch in der Vorsaison. Die Buchten waren angenehm ruhig, die Temperaturen meist ideal und der sommerliche Trubel hatte noch nicht begonnen. Später kehrten wir nach unserer Fahrt durch den Golf von Korinth erneut in die Region zurück.
Für uns gehört das Ionische Meer mit seinen grünen Inseln, geschützten Buchten und abwechslungsreichen Küstenlandschaften zu den schönsten Segelrevieren Griechenlands.
Nordkorfu – unser erster Stopp in Griechenland
Der Norden von Korfu war unser erster Stopp in Griechenland. Statt sofort die bekannten Orte der Insel anzusteuern, verbrachten wir einige Tage in den ruhigeren Buchten.
Die grüne Landschaft, das klare Wasser und die entspannte Atmosphäre machten Korfu für uns zum perfekten Einstieg in das neue Land. Gerade nach den vielen neuen Eindrücken in Albanien genossen wir es, zunächst in Ruhe anzukommen und die Umgebung vom Wasser aus zu entdecken.
Wer Korfu außerhalb der Hochsaison besucht, findet im Norden zahlreiche schöne Ankerplätze und viel Natur. Für uns war die Insel ein gelungener Auftakt zu unserer Reise durch das Ionische Meer.
Parga – bunte Häuser unterhalb der Burg
Parga gehörte zu den Orten, die uns auf Anhieb begeisterten. Bunte Häuser ziehen sich den Hang hinauf, während über dem Ort eine historische Burg mit Blick auf die Bucht thront.
Wir ankerten vor der Küste und genossen die besondere Kulisse vom Wasser aus. Vor allem am Abend, wenn die Lichter des Ortes angingen und sich auf dem Wasser spiegelten, entstand eine wunderschöne Atmosphäre.
Der historische Ortskern, das kristallklare Wasser und die vielen schönen Fotomotive machen Parga zu einem lohnenden Zwischenstopp. Für uns gehört die Stadt zu den schönsten Küstenorten an der Westküste Griechenlands.
Preveza – mehr als ein Versorgungsstopp
Eigentlich hatten wir Preveza vor allem als praktischen Versorgungsstopp eingeplant. Wir mussten einkaufen, verschiedene Reparaturen erledigen und die Albatros für die nächsten Etappen vorbereiten.
Schnell stellten wir jedoch fest, dass die Stadt mehr zu bieten hat. Wir schlenderten über die Promenade, erkundeten die Altstadt und genossen die entspannte Atmosphäre. Gleichzeitig fanden wir alles, was wir als Langfahrtsegler unterwegs benötigten.
Preveza verbindet gute Einkaufsmöglichkeiten und zahlreiche Dienstleistungen für Segler mit einer angenehmen Altstadt und guten Restaurants. Die Stadt wird häufig unterschätzt, gehört für uns aber zu den angenehmsten und praktischsten Stopps im Ionischen Meer.
Ithaka – unsere Lieblingsinsel im Ionischen Meer
Ithaka war für uns die schönste Insel dieser Region. Die sagenumwobene Heimat des Odysseus wirkte ruhiger und ursprünglicher als viele andere bekannte griechische Inseln.
Wir erkundeten den Hauptort Vathi, lagen in traumhaften Buchten vor Anker und genossen das entspannte Inselleben. Da wir in der Vorsaison unterwegs waren, hatten wir einige Orte beinahe für uns allein.
Gerade diese Ruhe machte Ithaka für uns so besonders. Die Insel überzeugte nicht durch große Sehenswürdigkeiten oder lebhafte Urlaubsorte, sondern durch wunderschöne Ankerbuchten, eine ursprüngliche Landschaft und eine angenehm unaufgeregte Atmosphäre.
Wenn wir nur eine der Ionischen Inseln empfehlen dürften, wäre es Ithaka.
Kefalonia – Schildkröten und Fahrradtouren rund um Argostoli
Auf Kefalonia verbrachten wir mehrere Tage rund um Argostoli. Besonders überraschte uns, dass sich im Hafen regelmäßig große Meeresschildkröten beobachten ließen. Immer wieder tauchten sie zwischen den Booten auf und sorgten für besondere Momente.
Mit unseren Fahrrädern erkundeten wir die Umgebung, besuchten den Leuchtturm und lernten die Insel auch abseits des Wassers kennen. Die Kombination aus Natur, Stadtleben und abwechslungsreicher Küstenlandschaft gefiel uns sehr gut.
Kefalonia wirkte lebendiger als Ithaka, ohne dabei seine entspannte Atmosphäre zu verlieren. Für uns ist die Insel ein vielseitiges Reiseziel, das Naturerlebnisse, Ausflüge und gute Versorgungsmöglichkeiten miteinander verbindet.
Zakynthos – Schildkröten und klares Wasser in der Lagana Bay
Auf Zakynthos wurde die Lagana Bay für mehrere Tage zu unserem Zuhause. Das Wasser war kristallklar, die umliegenden Höhlen beeindruckend und immer wieder tauchten Schildkröten in der Nähe der Albatros auf.
Mit dem Dinghy erkundeten wir die Küste, besuchten kleine Buchten und genossen die Zeit vor Anker. Die Kombination aus klarem Wasser, Höhlen und Tierbeobachtungen machte die Lagana Bay zu einem der besonderen Naturerlebnisse unserer Reise.
Die Region eignet sich hervorragend zum Baden und Schnorcheln. Für uns gehört die Lagana Bay zu den schönsten Buchten unserer bisherigen Mittelmeerreise.
Keri Lighthouse – spektakulärer Blick über Zakynthos
Von der Lagana Bay aus unternahmen wir einen Ausflug zum Keri Lighthouse. Der Weg dorthin war schweißtreibend, doch die Aussicht entschädigte uns für jede Anstrengung.
Von oben blickten wir auf steile Klippen, eindrucksvolle Höhlen und das Meer in unterschiedlichsten Blautönen. Die Küstenlandschaft gehört zu den schönsten Naturkulissen, die wir während unserer Zeit in Griechenland gesehen haben.
Das Keri Lighthouse ist ein ideales Ziel für einen Tagesausflug und einer der besten Aussichtspunkte auf Zakynthos. Vor allem für Naturliebhaber und Fotografen lohnt sich der Weg.
Vasiliki – Wassersport und besondere Begegnungen
Nach unserer Reise durch den Golf von Korinth kehrten wir noch einmal in das Ionische Meer zurück und erreichten schließlich Vasiliki auf Lefkada.
Dort trafen wir neue Freunde, mit denen wir einen unvergesslichen Tag auf dem Wasser verbrachten. Gemeinsam erkundeten wir mit dem Dinghy beeindruckende Höhlen und versteckte Buchten entlang der Küste.
Vasiliki ist außerdem einer der bekanntesten Wassersportorte Griechenlands. Wind und Wasser prägen das Leben rund um die Bucht und ziehen zahlreiche Segler, Surfer und andere Wassersportfans an.
Für uns blieb Vasiliki jedoch nicht nur wegen der Landschaft und des Wassersports in Erinnerung. Es waren vor allem die neuen Bekanntschaften und gemeinsamen Erlebnisse, die diesen Stopp besonders machten.
Unser Fazit zum Ionischen Meer
Das Ionische Meer zeigte uns eine außergewöhnlich abwechslungsreiche Seite Griechenlands. Grüne Inseln, kristallklares Wasser, geschützte Buchten, lebendige Küstenorte und überraschende Tierbegegnungen machten diese Region zu einem der Höhepunkte unserer bisherigen Reise.
Die Vorsaison war für uns ideal. Im Mai konnten wir viele Buchten noch in Ruhe genießen und einige Orte fast ohne andere Besucher erleben. Gleichzeitig war die Natur bereits voller Farben und das Klima angenehm. Wer Ruhe sucht und den größten sommerlichen Trubel vermeiden möchte, sollte die Ionischen Inseln nach Möglichkeit außerhalb der Hochsaison besuchen.
Jeder Stopp hatte seinen eigenen Charakter: Korfu bot uns einen entspannten Einstieg in Griechenland, Parga begeisterte mit seiner besonderen Küstenkulisse und Preveza erwies sich als überraschend angenehme Versorgungsbasis. Ithaka wurde zu unserer Lieblingsinsel, während Kefalonia und Zakynthos mit Meeresschildkröten, eindrucksvollen Landschaften und außergewöhnlich klarem Wasser überzeugten. In Vasiliki waren es schließlich die gemeinsamen Erlebnisse mit neuen Freunden, die uns besonders in Erinnerung blieben.
Für uns gehören die Ionischen Inseln zu den schönsten Segelrevieren Griechenlands. Die Mischung aus Natur, ruhigen Ankerplätzen, abwechslungsreichen Orten und besonderen Begegnungen sorgte dafür, dass wir sogar ein zweites Mal in die Region zurückkehrten. Und auch danach fiel es uns schwer, endgültig weiterzusegeln.
Segeln durch den Saronischen Golf und den Golf von Korinth
Nach unserer Runde um den Peloponnes führte uns die Reise durch den Saronischen Golf, den Kanal von Korinth und schließlich in den Golf von Korinth. Viele Segler nutzen diese Route hauptsächlich als schnelle Verbindung zwischen der Ägäis und dem Ionischen Meer. Wir ließen uns jedoch Zeit und wurden mit ruhigen Buchten, historischen Städten, Delphinen und einigen ganz besonderen Momenten belohnt.
Die Etappe führte uns von Poros über Salamina und Athen durch den Kanal von Korinth bis nach Galaxidi und Nafpaktos. Unter der beeindruckenden Rio-Antirrio-Brücke hindurch erreichten wir schließlich wieder das Ionische Meer.
Poros – ruhiger Einstieg in den Saronischen Golf
Poros war unser erster Stopp im Saronischen Golf. Statt direkt im lebhaften Hafen festzumachen, entschieden wir uns für die ruhigere Rückseite der Insel und ankerten dort inmitten einer grünen Landschaft.
Mit unseren SUPs erkundeten wir die Umgebung, entdeckten kleine Buchten und genossen das glasklare Wasser. Nach den vielen historischen Orten am Peloponnes war Poros genau der richtige Platz, um anzukommen und einige entspannte Stunden auf dem Wasser zu verbringen.
Für SUP-Fahrer, Naturliebhaber und Segler, die einen ruhigen Ankerplatz suchen, ist die Insel ein lohnendes Ziel. Für uns war Poros der ideale Einstieg in den Saronischen Golf.
Salamina – mit dem Fahrrad nach Athen
Salamina war für uns vor allem das Tor nach Athen. Statt mit dem Bus oder Taxi in die griechische Hauptstadt zu fahren, entschieden wir uns für eine etwas abenteuerlichere Variante: unsere Fahrräder.
Zwischen Fähren, dichtem Großstadtverkehr und sommerlicher Hitze kämpften wir uns bis ins historische Zentrum vor. Dort tauchten wir in die jahrtausendealte Geschichte Athens ein und besuchten natürlich auch die Akropolis.
Der Weg war anstrengend, doch die Mühe lohnte sich. Die Akropolis und der Blick über die Stadt machten diesen Ausflug zu einem der eindrucksvollsten Kulturtage unserer bisherigen Reise.
Durch den Kanal von Korinth
Die Fahrt durch den Kanal von Korinth stand schon lange auf unserer Wunschliste. Zwischen steilen, beinahe senkrechten Felswänden verbindet der rund 6,3 Kilometer lange Kanal den Saronischen Golf mit dem Golf von Korinth.
Die Durchfahrt kostete uns 260 Euro und dauerte deutlich kürzer als viele andere Etappen unserer Reise. Trotzdem war sie jeden Euro wert. Mit der Albatros durch diesen schmalen, historischen Kanal zu fahren, war ein Erlebnis, das sich kaum mit einer normalen Passage vergleichen lässt.
Die hohen Felswände rückten immer näher zusammen und ließen unser Boot plötzlich sehr klein erscheinen. Für uns war die Passage durch den Kanal von Korinth einer jener Momente, auf die wir lange hingefiebert hatten und an die wir uns noch lange erinnern werden.
Delphine im Golf von Korinth
Kurz nach der Durchfahrt erlebten wir eine der schönsten Begegnungen unserer bisherigen Weltumsegelung. Plötzlich waren überall Delphine – vor uns, neben uns und hinter uns.
Es waren so viele Tiere, dass wir sie nicht mehr zählen konnten. Mehrere Delphine spielten direkt in der Bugwelle der Albatros und begleiteten uns über längere Zeit. Immer wieder tauchten sie aus dem Wasser auf, verschwanden unter dem Boot und erschienen wenige Augenblicke später an einer anderen Stelle.
In solchen Momenten wird uns bewusst, warum wir unser Haus verkauft und dieses Abenteuer begonnen haben. Die Begegnung war nicht planbar und ließ sich nicht erzwingen. Sie war einfach ein Geschenk des Meeres.
Galaxidi – ungeplant zum Lieblingsort
Galaxidi stand ursprünglich nicht auf unserem Reiseplan. Kräftiger Gegenwind und die Strömung im Golf von Korinth zwangen uns jedoch dazu, unsere Pläne zu ändern und einen spontanen Zwischenstopp einzulegen.
Aus der geplanten kurzen Pause wurden schließlich zwei Nächte. Die entspannte Atmosphäre, die schönen Häuser und die Uferpromenade gefielen uns so gut, dass Galaxidi schnell zu einem unserer Lieblingsorte in der Region wurde.
Der Ort wirkte authentisch und angenehm ruhig. Hier konnten wir durchatmen, die Umgebung erkunden und die ungeplante Pause genießen. Galaxidi zeigte uns einmal mehr, dass gerade spontane Planänderungen häufig zu den schönsten Entdeckungen einer Reise führen.
Nafpaktos – venezianischer Hafen und entspannte Atmosphäre
Nafpaktos war unser letzter großer Halt im Golf von Korinth. Der kleine venezianische Hafen gehört zu den schönsten Häfen, die wir bisher in Griechenland gesehen haben.
Zwischen historischen Mauern, Palmen und Tavernen herrschte eine lebendige, aber dennoch entspannte Atmosphäre. Wir nutzten die Zeit, um durch den Ort zu schlendern und die letzten Eindrücke dieser besonderen Region aufzunehmen.
Nafpaktos war für uns ein wunderschöner Abschluss, bevor wir in Richtung der Ionischen Inseln weitersegelten.
Unter der Rio-Antirrio-Brücke hindurch
Die Rio-Antirrio-Brücke markierte für uns das Ende des Golfs von Korinth und gleichzeitig den Beginn des nächsten Reiseabschnitts. Schon aus der Entfernung wirkte das Bauwerk beeindruckend. Mit der Albatros direkt darunter hindurchzusegeln, war noch einmal etwas ganz anderes.
Die Durchfahrt fühlte sich wie ein symbolischer Übergang an: Hinter uns lagen der Kanal von Korinth, historische Städte und unvergessliche Begegnungen mit Delphinen. Vor uns warteten erneut die Ionischen Inseln – und danach die Weiterreise in Richtung Italien.
Es war einer dieser Momente, in denen man deutlich spürt, dass ein Kapitel endet und gleichzeitig ein neues beginnt.
Unser Fazit zum Saronischen Golf und Golf von Korinth
Diese Etappe war deutlich mehr als eine Verbindung zwischen zwei Segelrevieren. Wer den Saronischen Golf, den Kanal von Korinth und den Golf von Korinth nur möglichst schnell durchquert, verpasst ruhige Inseln, geschichtsträchtige Städte und überraschend authentische Orte.
Poros schenkte uns einen entspannten Einstieg, während Salamina zum Ausgangspunkt für unseren abenteuerlichen Fahrradausflug nach Athen wurde. Die Fahrt durch den Kanal von Korinth erfüllte einen lang gehegten Wunsch. Galaxidi und Nafpaktos bewiesen anschließend, dass auch weniger bekannte Orte zu den schönsten Erinnerungen einer Reise werden können.
Besonders unvergesslich bleiben jedoch die vielen Delphine, die rund um die Albatros spielten und uns ein Stück durch den Golf begleiteten. Solche Begegnungen erinnern uns daran, dass nicht nur die geplanten Sehenswürdigkeiten eine Reise besonders machen. Oft sind es die spontanen Stopps, unerwarteten Umwege und ungeplanten Augenblicke auf dem Wasser, die am längsten in Erinnerung bleiben.
Segeln rund um den Peloponnes – sechs Wochen zwischen Olympia und Nafplio
Sechs Wochen waren wir mit der Albatros rund um den Peloponnes unterwegs. Die Reise führte uns von der antiken Geschichte Olympias über beeindruckende Festungen und ruhige Ankerbuchten bis nach Nafplio und Porto Heli.
Kaum eine andere Region Griechenlands war für uns bisher so abwechslungsreich. Wir entdeckten historische Städte, spektakuläre Aussichtspunkte und einige der schönsten Badebuchten unserer Reise. Gleichzeitig fanden wir praktische Versorgungsstopps und sichere Ankerplätze für unbeständiges Wetter.
Katakolon und das antike Olympia
Katakolon hatten wir zunächst weniger wegen des Ortes selbst auf dem Schirm. Der Hafen wird stark von Kreuzfahrtschiffen geprägt und viele Geschäfte und Restaurants sind auf Tagesgäste ausgerichtet. Unser eigentlicher Grund für den Stopp war das nahe gelegene Olympia.
Mit dem Mietwagen fuhren wir zur antiken Ausgrabungsstätte und waren überrascht, wie weitläufig die Anlage ist. Zwischen Tempelresten, Säulen und den Überbleibseln der antiken Sportstätten wird die Geschichte der Olympischen Spiele greifbar. Der Besuch ist nicht nur für Geschichtsinteressierte spannend, sondern eignet sich auch für Familien.
Unser Fazit: Katakolon ist der ideale Ausgangspunkt für einen Besuch in Olympia. Für einen längeren Aufenthalt hätten wir uns allerdings eher einen ruhigeren Ort gesucht. Ein Mietwagen ist für den Ausflug sehr empfehlenswert.
Pylos und die Bucht von Voidokilia
Bereits die Einfahrt nach Pylos begeisterte uns. Die geschützte Bucht, die grüne Umgebung und die entspannte Atmosphäre machten sofort Lust darauf, die Region näher zu erkunden.
Mit den Fahrrädern fuhren wir zum berühmten Voidokilia Beach. Die nahezu halbmondförmige Bucht ist bereits vom Strand aus beeindruckend. Noch spektakulärer wurde der Blick nach dem Aufstieg zur Festung Palaiókastro. Von dort oben konnten wir die gesamte Küstenlandschaft überblicken – bis heute einer der schönsten Ausblicke unserer Reise.
Am Abend spazierten wir am Strand entlang und genossen die besondere Ruhe der Umgebung. Für Badeurlauber, Wanderer und Fotografen gehört Pylos zu den schönsten Reisezielen am Peloponnes. Wenn wir nur einen Naturort in der Region empfehlen dürften, wäre Pylos ganz weit vorne.
Methoni – Geschichte direkt am Meer
Die venezianische Festung von Methoni ist bereits vom Wasser aus kaum zu übersehen. Als wir in der Bucht ankerten, lagen dort schon einige andere Yachten. Trotzdem wirkte der Ort angenehm ruhig und entspannt.
Die weitläufige Festungsanlage ist überraschend gut erhalten und lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Alte Mauern, Tore und der Blick über das Meer machen den Besuch zu einer besonderen Verbindung aus Geschichte und Natur.
Vor allem am Abend entwickelte Methoni eine wunderschöne Atmosphäre. Für Kulturfans und Fotografen ist der Ort ein lohnender Stopp – und für uns einer der Plätze, an denen die Vergangenheit des Peloponnes besonders eindrucksvoll zu spüren war.
Koroni – ein Ort zum Bleiben
Koroni war einer der wenigen Orte, an denen wir unsere Weiterreise mehrfach freiwillig verschoben. Nicht wegen eines technischen Problems oder schlechten Wetters, sondern weil es uns dort einfach zu gut gefiel.
Unsere Tage verbrachten wir mit Schwimmen, SUP-Fahren, langen Spaziergängen am Strand und entspannten Abenden an Bord. Das kristallklare Wasser, die ruhige Atmosphäre und der schöne Ankerplatz machten es uns schwer, die Leinen wieder zu lösen.
Koroni wurde zu einem unserer absoluten Lieblingsankerplätze rund um den Peloponnes. Wer Ruhe und Erholung sucht und gerne Zeit am oder auf dem Wasser verbringt, sollte für diesen Ort lieber einen zusätzlichen Tag einplanen.
Kalamata – praktischer Stopp für Segler
Kalamata war für uns weniger ein klassisches Postkartenmotiv als eine wichtige Versorgungsbasis. Wir füllten unsere Vorräte auf, besorgten Ersatzteile, wuschen Wäsche und bunkerten Wasser. Außerdem trafen wir andere Langfahrtsegler und tauschten Erfahrungen über die nächsten Etappen aus.
Nach den Arbeiten an Bord genossen wir die Restaurants der Stadt. Einige der besten Spare Ribs unserer bisherigen Reise waren eine willkommene Belohnung nach einem langen Tag voller Erledigungen.
Kalamata war vielleicht nicht der schönste Ort dieser Etappe, aber einer der nützlichsten. Gerade für Segler ist die Stadt ein guter Zwischenstopp, um das Boot und die Vorräte für die Weiterfahrt vorzubereiten.
Elafonisos – kristallklares Wasser und lange Badetage
Auf Elafonisos wollten wir ursprünglich nur eine Nacht bleiben. Dann verlängerten wir um einen weiteren Tag – und plötzlich waren mehrere Tage vergangen.
Das Wasser war außergewöhnlich klar. Selbst bei rund zehn Metern Tiefe konnten wir den Grund so deutlich erkennen, dass man beinahe das Gefühl hatte, im Wasser stehen zu können. Wir verbrachten unsere Zeit mit Schwimmen, SUP-Fahren und entspannten Stunden vor Anker.
Elafonisos eignet sich hervorragend für Familien, Paare und alle, die gerne baden oder Wassersport betreiben. Für uns gehört die Insel zu den schönsten Orten, die wir bisher in Griechenland besucht haben.
Monemvasia – eine Stadt wie aus einer anderen Zeit
Schon bei der Einfahrt nach Monemvasia waren wir sprachlos. Die historische Altstadt liegt direkt an einem gewaltigen Felsen und wirkt vom Wasser aus beinahe wie eine Festung aus einer anderen Zeit.
In den engen Gassen, zwischen alten Steinhäusern und kleinen Plätzen, scheint die moderne Welt weit entfernt. Die besondere Lage und die historische Atmosphäre machen Monemvasia zu einem der fotogensten Orte Griechenlands.
Wer am Peloponnes nur eine historische Stadt besuchen kann, sollte Monemvasia weit oben auf die Liste setzen. Für uns war dieser Ort eine der eindrucksvollsten Verbindungen aus Landschaft, Architektur und Geschichte auf unserer bisherigen Reise.
Nafplio – unser Favorit an Land
Nafplio begeisterte uns mit seiner wunderschönen Altstadt, guten Restaurants und einer entspannten Atmosphäre. Über der Stadt thront die Festung Palamidi und erinnert an die bewegte Geschichte der Region.
Die Gassen und Plätze laden zum Spazierengehen ein, während zahlreiche Cafés und Restaurants für eine angenehme Lebendigkeit sorgen. Nafplio eignet sich sowohl für Kultur- und Geschichtsinteressierte als auch für Familien.
Von allen Orten dieser Etappe war Nafplio unser persönlicher Favorit an Land. Die Mischung aus Geschichte, Architektur, Gastronomie und Atmosphäre machte die Stadt zu einem Ort, an dem wir gerne länger geblieben wären.
Porto Heli – sicherer Ankerplatz bei unbeständigem Wetter
Porto Heli wird gelegentlich als das „Saint-Tropez Griechenlands“ bezeichnet. Uns beeindruckte jedoch weniger der Vergleich mit dem bekannten Urlaubsort als die große, gut geschützte Bucht.
Sie bietet zahlreiche Ankermöglichkeiten und eignet sich besonders gut, wenn das Wetter wechselhaft wird. Für Langfahrtsegler ist Porto Heli deshalb ein äußerst praktischer Stopp, um ungünstige Bedingungen sicher abzuwarten.
Neben dem geschützten Ankerplatz sorgten auch Tierbeobachtungen für besondere Momente. Porto Heli war für uns vielleicht nicht der emotionalste Ort am Peloponnes, aber einer der praktischsten und sichersten Stopps entlang unserer Route.
Unser Fazit zum Peloponnes
Die sechs Wochen rund um den Peloponnes gehörten zu den abwechslungsreichsten Etappen unserer bisherigen Reise. Antike Ausgrabungsstätten, venezianische Festungen, historische Altstädte und traumhafte Buchten lagen oft nur wenige Seemeilen voneinander entfernt.
Besonders beeindruckt hat uns die Vielfalt: In Olympia und Monemvasia tauchten wir tief in die Geschichte ein, in Pylos und Nafplio entdeckten wir einige der schönsten Aussichten und Städte der Region. Koroni und Elafonisos schenkten uns dagegen genau jene ruhigen Tage am Wasser, die wir uns vom Leben an Bord erhofft hatten. Kalamata und Porto Heli zeigten wiederum, wie wertvoll praktische Versorgungsmöglichkeiten und gut geschützte Ankerplätze auf einer längeren Reise sein können.
Der Peloponnes ist für uns eine Region, für die man sich Zeit nehmen sollte. Die schönsten Erlebnisse entstanden nicht nur an den bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern auch an den Orten, an denen wir spontan länger blieben. Manche Stopps überzeugten uns durch ihre Geschichte, andere durch ihre Natur – und einige ganz einfach durch das Gefühl, angekommen zu sein.
Unser Fazit zu Griechenland
Griechenland war weit mehr als nur das nächste Land auf unserer Route. Kein anderes Land hatten wir bis dahin so lange und intensiv mit der Albatros bereist. Vom Ionischen Meer über den Peloponnes bis zum Saronischen Golf und dem Golf von Korinth erlebten wir eine außergewöhnliche Vielfalt aus ruhigen Inseln, geschichtsträchtigen Städten, spektakulären Landschaften und besonderen Begegnungen.
Die Ionischen Inseln begeisterten uns mit ihrer grünen Natur, dem kristallklaren Wasser und den zahlreichen geschützten Buchten. Besonders in der Vorsaison konnten wir viele Orte noch in Ruhe genießen. Ithaka wurde zu unserer Lieblingsinsel, während uns Kefalonia und Zakynthos mit Meeresschildkröten, Höhlen und beeindruckenden Küstenlandschaften überraschten.
Rund um den Peloponnes verband sich das Segeln mit der jahrtausendealten Geschichte Griechenlands. Wir besuchten Olympia, erkundeten mächtige Festungen und schlenderten durch historische Städte wie Monemvasia und Nafplio. Gleichzeitig fanden wir in Koroni und Elafonisos einige der schönsten Ankerplätze unserer Reise.
Der Saronische Golf und der Golf von Korinth zeigten uns schließlich, wie sehr es sich lohnt, nicht nur die bekannten Ziele anzusteuern. Die Fahrt durch den Kanal von Korinth, unsere ungeplante Pause in Galaxidi und die vielen Delphine, die rund um die Albatros spielten, gehören zu den Momenten, die wir nie vergessen werden.
Nicht immer lief alles nach Plan. Wetter, Wind, Strömungen, Reparaturen und spontane Routenänderungen stellten uns immer wieder vor neue Herausforderungen. Doch gerade diese Erfahrungen machten Griechenland zu einem wichtigen Abschnitt unserer Weltumsegelung. Wir lernten, Pläne loszulassen, Alternativen zu finden und darauf zu vertrauen, dass aus einem Umweg etwas Besonderes entstehen kann.
Griechenland schenkte uns einsame Buchten, heiße Tage, antike Geschichte, neue Freundschaften und unzählige Stunden auf dem Wasser. Während dieser Wochen wurde die Albatros für uns immer mehr von einem Segelboot zu einem echten Zuhause. Aus den ersten vorsichtigen Schritten als Vollzeitsegler wurde langsam ein selbstverständlicher Alltag auf See.
Was die Seeepferdchen in Griechenland lernten
Auch für die Seeepferdchen war Griechenland weit mehr als nur das nächste Land auf ihrer Reise. Hier lernten sie, dass die besten Entscheidungen nicht immer diejenigen sind, die ursprünglich im Plan standen.
Manchmal bedeutet Abenteuer, umzudrehen. Manchmal braucht es einen Plan B. Und manchmal entsteht gerade aus einem ungeplanten Stopp oder einer schwierigen Situation die schönste Erinnerung.
Zwischen antiken Städten, einsamen Buchten, Delphinen, Meeresschildkröten, heißen Tagen und neuen Freundschaften entdeckten die Seeepferdchen nicht nur Griechenland, sondern auch das Leben auf See. Sie verstanden, dass ein Abenteuer nicht ausschließlich aus großen und spektakulären Momenten besteht. Es entsteht ebenso aus kleinen Begegnungen, gemeinsamen Reparaturen, spontanen Entscheidungen und dem Mut, nach einem schwierigen Tag immer wieder weiterzusegeln.
Ihre wichtigste Erkenntnis aus Griechenland lautet deshalb:
Nicht jeder Umweg führt vom Ziel weg. Manchmal bringt er uns genau zu den Erlebnissen, die wir nie vergessen werden.
Griechenland war der Ort, an dem aus kleinen Entdeckern langsam echte Weltumsegler wurden.
Segeln in Albanien – unsere größte positive Überraschung
Als wir nach Albanien segelten, wussten wir nicht genau, was uns erwarten würde. Eigentlich hatten wir das Land vor allem als kurzen Zwischenstopp auf dem Weg nach Griechenland eingeplant. Doch am Ende verließen wir Albanien mit dem Gefühl, dass wir deutlich länger hätten bleiben sollen.
Kaum ein Land hat uns während unserer bisherigen Reise so positiv überrascht. Albanien schenkte uns schöne Segeltage, beeindruckende Landschaften, unerwartete Begegnungen und vor allem eine Gastfreundschaft, die uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Durrës – ungeplant mehr Zeit zum Entdecken
Ursprünglich wollten wir nur kurz in Durrës bleiben. Dann änderte sich das Wetter und plötzlich hatten wir mehr Zeit, die Stadt und ihre Umgebung kennenzulernen. Was zunächst wie eine Verzögerung wirkte, erwies sich im Nachhinein als großes Glück.
Fast jeden Tag waren wir mit unseren Fahrrädern unterwegs. Wir erkundeten die Promenade, verschiedene Strände und die Umgebung von Durrës. Dabei begegneten uns moderne Hotels und neue Baustellen ebenso wie einfache Viertel und traditionelle Lebensweisen.
Diese Gegensätze machten sichtbar, wie schnell sich Albanien gerade verändert. An vielen Stellen wird gebaut, investiert und erneuert. Gleichzeitig hat sich das Land eine Offenheit und Bodenständigkeit bewahrt, die uns besonders gut gefiel.
Eine Begegnung, die wir nicht vergessen werden
Als Philipps Bremsbeläge kaputtgingen, machten wir uns auf die Suche nach einem passenden Ersatzteil. Ein Fahrradhändler wollte uns helfen, hatte aber keine geeigneten Bremsbeläge vorrätig.
Anstatt uns einfach weiterzuschicken, baute er kurzerhand die Bremsbeläge von seinem eigenen Fahrrad aus und schenkte sie uns. Wir standen sprachlos vor ihm.
Diese Begegnung steht für vieles, was wir in Albanien erlebt haben: Menschen halfen, ohne lange zu fragen, und fanden pragmatische Lösungen, wenn etwas nicht nach Plan lief. Ihre Hilfsbereitschaft wirkte selbstverständlich und kam von Herzen.
Das Bovilla Reservoir – Albaniens überraschende Bergwelt
Vor unserer Reise hatten wir Albanien kaum mit hohen Bergen und spektakulären Landschaften verbunden. Ein Ausflug zum Bovilla Reservoir veränderte dieses Bild vollständig.
Je weiter wir ins Landesinnere kamen, desto eindrucksvoller wurde die Umgebung. Die Berge, das klare Wasser des Stausees und die weite Aussicht zeigten uns eine Seite Albaniens, mit der wir nicht gerechnet hatten.
Es war einer dieser Ausflüge, die nicht nur einen besonderen Tag bescheren, sondern ein ganzes Land in einem neuen Licht erscheinen lassen. Albanien besteht eben nicht nur aus Küste, Stränden und schnell wachsenden Städten. Im Landesinneren wartet eine beeindruckende und teilweise noch sehr ursprüngliche Natur.
Wir kamen mit wenigen Erwartungen und verließen das Land mit unzähligen Erinnerungen. Albanien war für uns kein einfaches Transitland, sondern die bisher größte positive Überraschung unserer Weltumsegelung.
Wir erlebten schöne Segeltage und unerwartete Begegnungen auf dem Wasser. Vor allem aber lernten wir ein Land voller Kontraste kennen: moderne Bauprojekte neben traditionellen Lebensweisen, lebhafte Küstenstädte und beeindruckende Berglandschaften im Landesinneren.
Am stärksten beeindruckten uns jedoch die Menschen. Wir begegneten einer Offenheit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft, die sich nur schwer in Bildern festhalten lässt. Probleme wurden kreativ und pragmatisch gelöst. Nicht immer funktionierte alles wie geplant – aber fast immer fand sich ein Weg.
Auch die Seeepferdchen lernten in Albanien, dass die schönsten Erlebnisse häufig dort warten, wo man sie am wenigsten erwartet. Sie erkannten, dass Gastfreundschaft mit einem einfachen Gespräch beginnen kann und dass eine unerwartete Verzögerung manchmal die Tür zu einem besonderen Abenteuer öffnet.
Manche Länder lernt man vor allem mit dem Kopf kennen. Albanien haben wir mit dem Herzen kennengelernt. Genau deshalb wird uns dieses Land noch lange in Erinnerung bleiben.
Segeln in Montenegro – Fjordlandschaften, Geschichte und überraschende Begegnungen
Montenegro stand ursprünglich nicht ganz oben auf unserer Reiseliste. Umso mehr überraschte uns das kleine Land mit seiner spektakulären Landschaft, seiner bewegten Geschichte und der Herzlichkeit der Menschen.
Obwohl wir nur kurze Zeit in Montenegro verbrachten, erlebten wir beeindruckende Berge, historische Städte, schöne Häfen und sogar Delphine. Schnell wurde uns klar: Montenegro ist weit mehr als nur ein kurzer Zwischenstopp auf dem Weg nach Süden.
Die Bucht von Kotor – zwischen Meer und Bergen
Schon die Einfahrt in die Bucht von Kotor war ein Höhepunkt unserer bisherigen Reise. Hohe Berge, deren Gipfel teilweise noch mit Schnee bedeckt waren, erhoben sich unmittelbar rund um das Wasser. Diese gewaltige Kulisse hätten wir eher in Norwegen als auf dem Balkan erwartet.
Je weiter wir in die tief eingeschnittene Bucht hineinfuhren, desto eindrucksvoller wurde die Landschaft. Die Verbindung aus steilen Berghängen, ruhigem Wasser und kleinen Orten entlang der Küste machte die Bucht von Kotor zu einem besonderen Erlebnis – nicht nur für Segler, sondern auch für Naturfans und Fotografen.
Kotor und die Festung St. John
Kotor erkundeten wir mit dem Fahrrad und zu Fuß. Die historische Altstadt mit ihren engen Gassen, alten Gebäuden und mächtigen Stadtmauern versetzte uns in eine andere Zeit.
Besonders in Erinnerung blieb uns der Aufstieg zur Festung St. John. Der Weg hinauf war anstrengend und schweißtreibend, doch die Aussicht war jede einzelne Stufe wert. Von oben lag uns die gesamte Bucht von Kotor zu Füßen. Für uns war es einer der schönsten Ausblicke unserer bisherigen Reise.
Porto Montenegro – eine andere Welt
Porto Montenegro war für uns vor allem ein praktischer Zwischenstopp. Wir benötigten Ersatzteile, mussten unseren Anker reparieren und wollten die Albatros für die nächsten Etappen vorbereiten.
Gleichzeitig lernten wir hier ein völlig anderes Montenegro kennen. Statt mittelalterlicher Gassen und ursprünglicher Landschaften begegneten uns Superyachten, Luxusgeschäfte und eine moderne Marina. Der Kontrast zur historischen Altstadt von Kotor hätte kaum größer sein können – und zeigte uns, wie unterschiedlich dieses kleine Land sein kann.
Bar – viel mehr als ein Einklarierungshafen
Für viele Segler ist Bar vor allem ein Hafen für die Ein- und Ausklarierung. Auch wir kamen zunächst aus praktischen Gründen hierher. Doch aus dem notwendigen Zwischenstopp wurde überraschend schnell ein echtes Reisehighlight.
Wir besuchten Markthallen, unternahmen Fahrradtouren und verbrachten entspannte Stunden am Strand. Dadurch konnten wir Montenegro abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten und in unserem eigenen Tempo kennenlernen.
Besonders beeindruckte uns die alte Stadt von Bar. Enge Gassen, alte Mauern und deutlich sichtbare osmanische Einflüsse verleihen dem Ort eine ganz besondere Atmosphäre. Stari Bar gehört für uns zu den unterschätztesten Orten unserer bisherigen Reise und ist vor allem für Kulturfans, Geschichtsinteressierte und Fotografen einen Besuch wert.
Unser Fazit zu Montenegro
Montenegro hat uns eindrucksvoll gezeigt, dass gerade die Länder, von denen man zunächst wenig erwartet, zu den größten Überraschungen einer Reise werden können. Auf kleinem Raum verbindet das Land spektakuläre Berglandschaften, tief eingeschnittene Buchten, historische Städte, moderne Marinas und herzliche Begegnungen.
Besonders die Einfahrt in die Bucht von Kotor, der Blick von der Festung St. John und die unerwartete Vielfalt von Bar werden uns lange in Erinnerung bleiben. Gleichzeitig haben wir erlebt, wie viel sich mit Freundlichkeit, Geduld und gegenseitigem Respekt erreichen lässt. Oft öffnet ein freundliches Gespräch mehr Türen als Ungeduld oder ein starrer Zeitplan.
Auch die Seeepferdchen lernten in Montenegro, dass Reisen nicht nur bedeutet, neue Orte zu sehen oder besser segeln zu lernen. Es bedeutet auch, andere Lebensweisen kennenzulernen, die eigene Sichtweise zu hinterfragen und offen auf Menschen zuzugehen.
Montenegro war für uns zwar nur eine kurze Etappe, hinterließ aber einen bleibenden Eindruck. Aus einem geplanten Zwischenstopp wurde eines der Länder, die uns bisher am meisten überrascht haben – und ein Ort, an den wir gerne zurückkehren würden.
Segeln in Kroatien – der Beginn unserer Weltumsegelung
Kroatien war für uns mehr als nur das erste Land unserer Reise. Hier tauschten wir unser Haus gegen ein Segelboot, trafen die letzten Vorbereitungen und lernten langsam, wie sich unser neues Leben an Bord anfühlt. Es war der Beginn unserer Weltumsegelung – und eines neuen Kapitels von Blauwassergeschichten.
Mit dem Flug nach Split wurde uns bewusst: Diesmal fahren wir nicht einfach in den Urlaub. Diesmal ziehen wir wirklich auf unser Boot. Die ersten Tage fühlten sich gleichzeitig surreal und vollkommen richtig an.
Rogoznica – unser erstes Zuhause an Bord
Eigentlich wollten wir nur kurz in Rogoznica bleiben. Am Ende wurden daraus fast vier Wochen. Wir installierten Solarpaneele, reparierten verschiedene Systeme und bereiteten die Albatros auf ihre große Reise vor. Einkäufe erledigten wir mit dem Fahrrad, während direkt an Bord weitere Illustrationen und Inhalte für den zweiten Band unserer Kinderbuchreihe entstanden.
Langweilig wurde es nie. Über die NoForeignLand-App, die Marina und die Menschen an unserem Steg fanden wir schnell Anschluss. Gemeinsame Spieleabende, Einladungen zum Essen und gegenseitige Hilfe bei Reparaturen gehörten bald zu unserem neuen Alltag. Schon nach wenigen Tagen fühlten wir uns als Teil einer großen Gemeinschaft. Rogoznica wurde zu unserem ersten Zuhause auf See.
Gleichzeitig zeigte uns Kroatien früh, dass das Leben auf einem Segelboot nicht nur aus türkisfarbenem Wasser und Sonnenuntergängen besteht. Starke Bora-Winde hielten uns mehrfach im Hafen fest und zwangen uns, die geplante Abfahrt immer wieder zu verschieben. Es war unsere erste wichtige Lektion darin, geduldig zu bleiben und unsere Pläne den Bedingungen anzupassen.
Abfahrt und erste Segelerfahrungen
Nach Wochen voller Vorbereitungen kam schließlich der Moment, auf den wir so lange hingearbeitet hatten: Wir lösten die Leinen und verließen Rogoznica. Jetzt begann unsere Reise wirklich.
Mit Korčula und Mljet folgten unsere ersten Nächte an Bojen und in ruhigen Buchten. Wir begegneten Delphinen und lernten Menschen kennen, die uns bis heute in Erinnerung geblieben sind. Besonders denken wir an Vico auf Mljet zurück, der uns jeden Morgen von seinem Haus aus zuwinkte.
Diese kleinen Begegnungen zeigten uns, dass Reisen nicht nur bedeutet, neue Landschaften zu entdecken. Es geht auch darum, andere Menschen, ihre Lebensweise und ihre Sicht auf die Welt kennenzulernen.
Dubrovnik – unser letzter Stopp in Kroatien
Bevor wir Kroatien in Richtung Montenegro verließen, legten wir einen letzten Halt in Dubrovnik ein. Die historische Altstadt, der weite Blick über die Küste und eine Radtour oberhalb der Stadt machten den Abschied besonders. Dubrovnik war für uns der perfekte Abschluss unserer ersten Etappe.
Kroatien war für uns nicht einfach nur das erste Land auf unserer Route. Hier begann unser neues Leben an Bord, unsere Weltumsegelung und ein ganz neues Kapitel von Blauwassergeschichten. Wir kamen als Hausbesitzer und verließen das Land als Vollzeitsegler.
Besonders in der Vorsaison haben wir Kroatien als ideales Segelrevier erlebt. Die Buchten waren noch angenehm ruhig, die Natur zeigte sich von ihrer schönsten Seite und viele Orte ließen sich ohne den großen Trubel der Sommermonate entdecken. Wer Ruhe, ursprüngliche Landschaften und entspannte Tage auf dem Wasser sucht, findet in dieser Zeit besonders gute Bedingungen – auch wenn die Bora immer wieder Geduld und flexible Pläne verlangt.
In Erinnerung bleiben uns nicht nur die Inseln, Buchten und historischen Städte, sondern vor allem die Menschen, denen wir begegnet sind. Ihre Offenheit, Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft erleichterten uns den Start in unser neues Leben.
Für die Seeepferdchen entstanden hier die ersten Ideen für neue Abenteuer. Für uns wurde Kroatien zu dem Ort, an dem aus einem lange vorbereiteten Traum Wirklichkeit wurde. Deshalb wird dieses Land immer einen besonderen Platz in unseren Erinnerungen haben. Die Leinen waren gelöst – und die eigentliche Reise hatte gerade erst begonnen.